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Eine Initiative von Tourismus- und Kulturlandesrat Dipl.-Ing. Christian Benger

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Galerie

Vernissage: Hans Staudacher


Galerie Freihausgasse, Freihausgasse, 9500, Villach
15. Feb 2018, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

5a5470152158b775c00011dd Abbildung: Hans Staudacher


Eröffnung: Bürgermeister Günther Albel
Begrüßung: Edith Eva Kapeller
Zur Ausstellung spricht: Dr.in Irmgard Bohunovsky
Ein Leben in Freiheit = Versuch
Der Versuch ist gelungen – so ließe sich ein langes Künstlerleben umschreiben. Hans Staudacher hielt der äußeren Welt mit ihren Maßlosigkeiten, ihrer Sprunghaftigkeit und ihrer Gier sein eigenständiges Denken und seine innere Freiheit, seinen Mut zur Askese und seinen Mut zu Zärtlichkeit und Großzügigkeit entgegen. Die Schönheit seines künstlerischen Oeuvres entspringt dieser inneren Freiheit, die täglich neu zu leben versucht werden muss.

Lust-Liebe-Liberté, diesen Weihnachtswunsch schickte Staudacher 1984 einem seiner Freunde. Freiheit als Voraussetzung für volle sinnliche und emotionale Entfaltung, für vertrauensvolles Miteinander. Hans Staudacher gehört einer Generation an, die die totale Einschränkung der Freiheit miterlebt hat und damit auch das Misstrauen, die gegenseitige Kontrolle innerhalb des unmittelbaren Lebensumfeldes. Wer Freiheit in einer durch Unfreiheit geprägten Gesellschaft leben will, muss handeln, für Freiheit kämpfen oder auch weggehen. Auf jeden Fall etwas wagen. Die Einsicht, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, wird auch zunehmend eine Herausforderung für unsere Gegenwart. Staudacher ging weg, nach Wien, nach Paris, engagierte sich, wann immer sich eine Bedrohung für die zivilisierte Welt abzeichnete.
Lust, Liebe, Freiheit – dieses Lebensgefühl drückt sich in Staudachers Lebenswerk aus. Aus den von Schwarz dominierten Arbeiten seiner frühen Jahre, die noch viel Bodenhaftung zeigen, verschwindet, um es poetisch auszudrücken, allmählich die Schwerkraft. Schrift und Bild ergänzen einander, verstärken die Botschaft von Freiheit und Lebenslust, insbesondere dann, wenn wieder einmal irgendwo irgendwer Macht und Gewalt gegen persönliche Freiheit mobilisiert. Da schwingt dann viel Humor mit, eine Leichtigkeit des Seins, die ja nicht von Ungefähr kommt, sondern aus dem Wissen um die ständige Bedrohung von Freiheit und aus der Bereitschaft, für diese Freiheit auf manche Bequemlichkeit zu verzichten.

Hans Staudacher sieht sich selbst als „Weltkünstler aus Kärnten“. Das ist etwas anderes als „Kärntner Künstler“. Er gilt im internationalen Kontext als bedeutender österreichischer Vertreter der gestischen Malerei, in seinen Bildern verbindet sich lyrisches Informel mit abstraktem Expressionismus. Man mag zwar diese zwei Begriffe einer bestimmten Zeitspanne zuordnen, aber Staudachers unverkennbare persönliche Handschrift begleitet uns, die wir um einiges jünger sein mögen, in zeitloser Relevanz. Uns ist, als flögen wir über Landschaften, über Energiefelder, in denen es manchmal drunter und drüber geht, zur Orientierung gibt es schriftliche Hinweise, Wegweiser in seelische Gefilde und durch turbulente Zeiten. Staudacher wirft in souveräner Weise alles Dekorative zur Seite und macht den Blick frei für das Archaische, das immer noch allem zu Grunde liegt.
Dr. Irmgard Bohunovsky

Hans Staudacher
1923 geboren in St. Urban am Ossiacher See, wuchs in Villach auf

1950/51 Übersiedelung nach Wien. Flächig konstruktive Figurationen entstehen

ab 1951 tachistische Kunstharzbilder mit deutlichem Bezug zum Gegenständlichen.
Er wird Mitglied der Secession. Durch die Integration von skripturalen Elementen im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit dem Lettrismus fand Staudacher zu seiner spezifischen, in Österreich singulären Malweise, welche auf einer poetischen Verbindung von Bild und Schrift beruht

1954-’62 längere Aufenthalte in Paris. Auseinandersetzung mit dem lyrischen Informel von Hans Hartung und George Mathieu

1960er Staudacher entwickelt konsequent eine abstrakte Malerei, in der die spontane Geste das zentrale Thema ist

1964 Veranstaltung einer Aufsehen erregenden Aktion, einer „Bilderverbrennung“ vor der Wiener Secession als Protest gegen die Ignoranz des Publikums

1983 Preis der Stadt Wien für bildende Kunst – Kategorie Malerei und Grafik

2004 Goldenes Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Wien

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